Grinsekatze geht ins Netz

Kapitel 11: … aber doch der falsche Mann!

Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Sonnabend, 5. Februar 2011, 01.41 Uhr
Betreff: Sorry, späte Antwort

Hallo, Bettina!
entschuldige, dass du so lange auf meine Antwort warten musstest. Das liegt nur daran, dass ich so wahnsinnig viel Arbeit hatte, dass ich gar nichts anderes mehr auf dem Schirm hatte. Nun hat sich die Lage ein bisschen beruhigt… für ein paar kurze Worte zumindest:
Nein, meine Katze war nicht ausgestopft, sie war echt! Zwar sehr eigensinnig und besonders schwierig bei Besuchern, aber auch sehr anhänglich mir gegenüber.
Musik ist mir sehr wichtig, deshalb bin ich natürlich gleich auf deine CD-Sammlung auf den Fotos angesprungen. Ich mag sogar Klassik.
Soweit für heute. ich freue mich auf eine Fortsetzung…
Lieben Gruß,
Jörg


Von: Grinsekatze
An: baumeister
Datum: Sonntag, 6. Februar 2011, 11.30 Uhr
Betreff: hello again

Hallo Jörg,
hatte mich natürlich schon gewundert, so lange nichts von dir zu hören, aber dann ist mir wieder eingefallen, dass du momentan mit deinem Job sehr beschäftigt bist – das kann ja mal passieren (bei mir auch). So leicht bin ich nämlich auch nicht abzuschrecken! Eine Frage bleibt natürlich… Wenn ich jetzt sage „Lass uns doch mal einen Kaffee zusammen trinken!“ – wirst du mir dann einen Termin Anfang 2012 vorschlagen???
Was hat deine Katze denn mit Besuchern gemacht? Die Prinzessinnen Olga und Ida (haben ihre Karriere als spanische Straßenräuberinnen begonnen, dann in Hamburg die Firma „Das gut organisierte Verbrechen“ gegründet und streben natürlich – wie alle Katzen – die Weltherrschaft an) finden Besucher super, vorausgesetzt diese bringen die richtige Sorte Leckerli mit und lassen ihre Klamotten später unbeobachtet auf einem Stuhl liegen, so dass die Damen ungestört Wäsche und Schuhe anprobieren können.
Fröhliche Grüße
Bettina


Von: fröhlicher_weinberg
An: Grinsekatze
Datum: Sonntag, 6. Februar 2011, 17.56 Uhr
Betreff: Hallo!

Hallo Bettina,
wie geht es dir? Mir geht es nicht gut, bin total erkältet und habe sehr hohen Blutdruck. Und die Leute beim Arbeitsamt nerven sehr!
Weiß noch nicht, wann ich mal wieder nach Hamburg kommen kann.
LG Richard


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Montag, 7. Februar 2011, 8.45 Uhr
Betreff: Endlich…

Hallo Claudi,
meine Güte, Jörg hat mich ganz schön lange warten lassen, aber nun hat er mir endlich geschrieben (sehr nett). Ich habe gesagt, dass ich es nicht schlimm finde, wenn er wenig Zeit hat, mir aber trotzdem Sorgen mache, ob wir unser erstes Treffen wohl erst in 2012 planen können. Mal sehen was er dazu sagt.
Viele Grüße
Bettina


Von: Grinsekatze
An: fröhlicher_weinberg
Datum: Montag, 7. Februar 2011, 20.57 Uhr
Betreff: Hallo!

Lieber Richard,
tut mir Leid, dass es dir nicht so toll geht. Da kommt sicher einiges raus, was du in den letzten Tagen in Hamburg unterdrücken musstest.
Arbeitsagentur ist sicher super! Halt durch, es kommen auch wieder bessere Zeiten!
Viele Grüße
Bettina


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Mittwoch, 9. Februar 2011, 19.45 Uhr
Betreff: Endlich… und schon wieder warten…

Hallo Claudi,
…. mal sehen, was er dazu sagt. Bisher noch nichts.
Viele Grüße
Bettina


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Mittwoch, 9. Februar 2011, 20.12 Uhr
Betreff: Endlich… und schon wieder warten…

Hallo Bettina,
doch zu verklemmt? Ich finde ja, dass er verstört aussieht!
Viele Grüße
Claudi


Von: fröhlicher_weinberg
An: Grinsekatze
Datum: Mittwoch, 9. Februar 2011, 21.56 Uhr
Betreff: Hallo!

Hi Bettina,
heute hatte ich einen ganz netten Tag. Habe auf der Straße einen alten Freund getroffen und war mit ihm unterwegs. Sehr nett. Er kennt auch sehr viele Leute, vielleicht ergibt sich ja was.
Muss meinen Lebenslauf aktualisieren.
Bis bald,
Richard


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Donnerstag, 10. Februar 2011, 10.09 Uhr
Betreff: Immer nur warten die Menschen…

Hallo Bettina,
was von Jörg gehört?
Gruß
Claudi


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Donnerstag, 10. Februar 2011, 20.09 Uhr
Betreff: … die wirklich lieben!

Hallo Claudi,
nein, bisher noch nicht, aber er wird sich schon melden. Hoffentlich bevor ich in die Menopause eintrete… aber ich bin ja die Geduld in Person. Und das ist ja vielleicht wirklich einer, mit dem man auch ein bisschen mehr anfangen kann… so dass sich das Warten lohnen könnte.
Viele Grüße
Bettina


Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Freitag, 11. Februar 2011, 00.24 Uhr
Betreff: Kurze Nachricht: Nahziel

Liebe Bettina !
Um Gottes willen, ich will nicht mit möglichen Hinderungsgründen vorbauen oder abschrecken…ich glaube, der gemeinsame Kaffee könnte ein Nahziel sein. Gesprächsthemen und gemeinsame Interessen haben wir für ein erstes Treffen bestimmt schon genug.
Besonders amüsant fand ich die Beschreibung deiner beiden samtpfotigen Mitbewohnerinnen. Meine liebe alte Katze war dagegen eher eine introvertierte Dame… mit Weltherrschaft hatte die sicherlich nichts zu schaffen, eher mit Melancholie.
Lieben Gruß
Jörg


Von: Grinsekatze
An: baumeister
Datum: Freitag, 11. Februar 2011, 23.54 Uhr
Betreff: Unbedingt Kaffee!

Lieber Jörg,
einen „gegenseitigen Besichtigungstermin“ sollten wir meiner Meinung nach umgehend planen! Auch ich habe keinen Zweifel daran, dass wir uns genug zu sagen haben, um ein Treffen ganz leichtfüßig hinzukriegen. Da du offensichtlich weniger freie Zeit hast als ich, kannst du ja vielleicht einen Termin vorschlagen. Damit das Verabredungs-Verfahren (romantische Wortschöpfung, oder?) sich nicht zu schleppend entwickelt, könntest du mich übrigens auch anrufen (Nummer im Anhang).
Viele Grüße
Bettina


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Freitag, 11. Februar 2011, 23.59 Uhr
Betreff: Geduld wird doch auch überbewertet, oder?

Hallo Claudi,
jetzt schreibt er mir „der gemeinsame Kaffee könnte ein Nahziel sein“. Ich glaube, dem muss ich wirklich mal Dampf unterm Hintern machen! Habe ihm schon zurück geschrieben, mitsamt Telefonnummer. Nur damit er sieht, dass ich es ernst meine.
Viele Grüße
Bettina


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Sonnabend, 12. Februar 2011, 10.07 Uhr
Betreff: Geduld wird doch auch überbewertet, oder?

Hallo Bettina,
stör mich jetzt nicht, ich bin beschäftigt. Guck mal auf den Anhang.
Viele Grüße
Claudi

PS: Wie, dass du es ernst meinst??? Wie ernst denn?

Angehängte Datei: Felice.txt
Felice – Eingestellt am 15.12.2010
in Spanien (Alicante) – geb. 01.04.2005 – kastriert – Freigang – lieber freundlicher Kater
Reserviert für Claudi 11.02.2011
Felice wurde schon im April 2010 ins Tierheim geracht. Er wurde abgegeben, weil sein Dosenöffner verstorben ist. Er lebte dort mit 4 anderen Katzenfreunden, mit denen er viel gespielt hat. Er ist daran gewöhnt, im Garten sein zu können. Daher braucht er auch wieder Freigang. Da Felices Ohren recht hell sind, bekommt er im Sommer sehr leicht einen Sonnenbrand. Daher wäre es sehr gut für ihn, aus der starken, spanischen Sonne in die weniger gefährliche Sonnenbestrahlung bei uns zu kommen. Er ist ein liebevoller, freundlicher süßer verträglicher Kater.


Von: Grinsekatze
An: fröhlicher_weinberg
Datum: Sonntag, 13. Februar 2011, 15.06 Uhr
Betreff: Hallo!

Hallo Richard,
ja, deine Bewerbungsunterlagen solltest du sicherlich auf den neuesten Stand bringen. Aber ein bisschen zur Ruhe kommen, bevor du mit Bewerbungen anfängst, wäre vielleicht auch ganz gut.
Leider konnte ich deine Nachricht auf meinem AB gestern nicht gut verstehen. Warst du unter der Dusche, als du mich angerufen hast?
Viele Grüße
Bettina


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Montag, 14. Februar 2011, 19.11 Uhr
Betreff: Mein Neuer!

Hi Bettina,
ich habe die Schutzgebühr überwiesen und jetzt ist Felice für mich reserviert. Sie müssen nur noch einen Flugpaten finden, der ihn von Alicante nach Hamburg mitbringt.
Guck ihn dir an! Er schaut einem doch direkt in die Seele!
Liebe Grüße
Claudi


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Montag, 14. Februar 2011, 21.47 Uhr
Betreff: Mein Neuer!

Hai Claudi,
süß, aber findest du nicht, dass er wie ein Bademattenpinkler aussieht?
Das mit dem „Reserviert“-Schild finde ich gut. Kann ich das auf Jörgs Profil haben, bitte? Und wohin muss ich die Schutzgebühr überweisen?
Viele Grüße
Bettina


Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Dienstag, 15. Februar 2011, 01.44 Uhr
Betreff: Besichtigungstermin

Liebe Bettina!
Es geht eher gegen Ende des Monats – bis dahin bin ich wirklich ausgebucht. Wenn sich vorher eine Gelegenheit ergibt, rufe ich dich an. Ich hoffe, es geht dir nicht zu „schleppend“. Zu überlegen ist ja auch, wo wir den Besichtigungstermin abhalten; wohin müsste ich zu deiner Stammkneipe fahren (mit dem Rad)? Der Nummer nach vermute ich deinen Lebensmittelpunkt in der Innenstadt. Oder bist du nach Finkenwerder oder Poppenbüttel gezogen und hast die Nummer mitgenommen. Ich wohne im Univiertel, hier gibt es tausend Cafés, aber wir müssen uns nicht da treffen. Das würde mich nur noch nervöser machen.
Liebe Grüsse
Jörg


Von: Grinsekatze
An: baumeister
Datum: Mittwoch, 16. Februar 2011, 00.04 Uhr
Betreff: Schönes Wetter zum Radfahren…

Lieber Jörg,
da habe ich ja Glück, dass der Februar so ein kurzer Monat und auch schon halb vorbei ist! Keine Panik, es ging mir mit meiner letzten Mail viel weniger darum, dir Druck zu machen, (eigentlich gar nicht) als darum, das Thema „erstes Treffen“ etwas konkreter auf den Tisch zu bringen. Das habe ich ja nun erreicht und kann deshalb durchaus noch ein paar Tage warten. Aber du hast es mittlerweile geschafft, dass ich auch extrem neugierig auf dich bin. Du schreibst mir so schöne Mails… und das sinnvolle Setzen eines Semikolons hat ganz klar eine erotisierende Wirkung auf mich – das gibt schon mal die volle Punktzahl! Da ich aber nicht nur einen Brieffreund suche (du doch auch nicht, oder?), freue ich mich, wenn wir jetzt schon mal einen Ort für unsere erste Begegnung besprechen können.
Du hast auch Glück, denn ich wohne nicht in Harburg oder Bergedorf, sondern in der Neustadt. Bis ins Univiertel würde sogar ich es (bei sehr günstigen Witterungs- und vor allem Windbedingungen, versteht sich!) mit dem Fahrrad schaffen – oder zu Fuß, was meinen Neigungen eher entspricht. Da es in meiner direkten Nachbarschaft nur die Wahl zwischen Speiselokalen und Raucherkneipen gibt, können wir uns auch in der Mitte des Weges treffen. Schanzenviertel? Das Café unter den Linden zum Beispiel habe ich gern. Oder wir treffen uns mitten auf dem Schulterblatt und suchen spontan zusammen ein Café aus. Das hätte – bei geschickter Definition von „mitten“ – auch den Vorteil, dass wir uns die rote Nelke im Knopfloch und andere peinliche Aktionen ersparen könnten…
Nervös werde ich mit Sicherheit auch sein. Wir können ja dann zum Auflockern der Situation ein kleines Wettjonglieren mit Gaststättenmobiliar veranstalten – und wer das größte Chaos anrichtet, darf nachher die Rechnung bezahlen!
Ruf mich gerne an, wenn du plötzlich eine Lücke im Kalender findest! Ansonsten übe ich mich in Geduld, vorausgesetzt, du schreibst mir auch weiterhin!
Viele Grüße
Bettina


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Mittwoch, 16. Februar 2011, 00.23 Uhr
Betreff: So gut wie verabredet!

Hallo Claudi,
immerhin ist Jörg jetzt schon so weit, dass er besprechen will, wo wir uns treffen. Habe ihm das gute alte „Unter den Linden“ vorgeschlagen. Mal sehen, wie er das findet. Und wann…
Und wann kommt Felice?
Viele Grüße
Bettina


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Mittwoch, 16. Februar 2011, 12.02 Uhr
Betreff: so gut wie verabredet!

Hallo Bettina,
sieht aus, als hätten sie eine Flugpatin für Anfang März. Ich bin schon ganz aufgeregt!
Hat Jörg sich schon zu deinem Vorschlag geäußert?
Matthias geht mir gerade wieder etwas auf die Nerven. Er versteht einfach nicht, warum ich wieder eine neue Katze brauche. Er meint, ich hätte doch schon drei!
Viele Grüße
Claudi


Von: fröhlicher_weinberg
An: Grinsekatze
Datum: Donnerstag, 17. Februar 2011, 22.45 Uhr
Betreff: Hallo!

Hallo Bettina,
wie geht es dir? Meine Erkältung ist besser, aber mein Zahn tut wieder weh. Muss aber wohl in München zum Zahnarzt gehen, obwohl der dann die Behandlung beenden muss, die der Hamburger Zahnarzt angefangen hat. Kann aber erst im April wieder nach Hamburg kommen. Vorher muss ich noch zu meiner Mutter und Freunde in Italien besuchen.
Was machst du? Neue Männer gefunden?
LG
Richard


Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Donnerstag, 24. Februar 2011, 01.08 Uhr
Betreff: Dienstag-Abend ?

Liebe Bettina !
…bevor du mich endgültig als hoffnungslosen Fall einsortierst, weil ich mich seit einer Woche nicht telefonisch, geschweige denn schriftlich gemeldet habe, hier blitzschnell mein Terminvorschlag: Der nächste Dienstag müsste passen, Ort „Unter den Linden“ ist auch gut, Uhrzeit 19:00 Uhr. Wettjonglieren muss aber nicht sein…lieber übernehme ich die Rechnung. Wäre das okay ?
Liebe Grüsse
Jörg


Von: Grinsekatze
An: baumeister
Datum: Donnerstag, 24. Februar 2011, 22.59 Uhr
Betreff: Dienstagabend!

Lieber Jörg,
Dienstagabend passt mir auch. Das hört sich doch an, als hätten wir einen Plan.
Da ich Ärger mit meiner Mutter bekomme, wenn ich mich mit einem Mann treffe, von dem ich nur den Vornamen kenne, wäre es nett, wenn du mir noch ein paar Details über dich verraten könntest. Im Anhang meine Kontaktdaten.
Übrigens bin ich ja wohl – bisher zumindest – die Laberbacke, während du immer schön kurz und präzise bleibst. Aber das wird sich ändern – am Dienstag kannst du mir alle bisher nur angedeuteten Geschichten ausführlich erzählen! Ich bin schon sehr gespannt.
Viele Grüße
Bettina


Von: Bettina@web.de
An: Claudi@web.de; askmomwhoasksback@web.de
Datum: Donnerstag, 24. Februar 2011, 23.11 Uhr
Betreff: Ein Date, ein Date…

Hallo Claudi, hallo Mami,
jetzt sind Jörg und ich am Dienstag im Unter den Linden verabredet. Bin sehr gespannt. Schreiben kann er; mal sehen, ob er auch reden kann… und ob er sexy ist. Schüchtern finde ich nicht so schlimm, das bin ich schließlich auch (oder war ich wenigstens, bis neulich!).
Viele Grüße
Bettina


Von: askmomshoasksback@web.de
An: Bettina@web.de
Kopie: Claudi@web.de
Datum: Freitag, 25. Februar 2011, 12.34 Uhr
Betreff: Ein Date, ein Date…

Liebes Töchterlein,
natürlich ist schüchtern nicht schlimm. Wenn du das nach kaum 47 Jahren deines Lebens schon so weit überwunden hast, dass du dich online mit fremden Männern verabreden kannst, ist doch noch Hoffnung für den schüchternsten Mann der Welt! Hast du schon seine Personaldaten?
Grüße vom Mamilein

PS: Ach ja: Das Buch der Woche ist „Bloggen leicht gemacht – Tipps und Tricks“. Ach nein, das ist Papileins Buch der Woche (das interessant zu sein scheint; er hat noch gar nicht versucht, sich mit mir zu streiten). Mein Buch der Woche ist „Familienaufstellung im Schlaf (Verwerten Sie Ihre Träume)“.


Von: Claudi@web.de
An: Bettina@web.de
Kopie: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Freitag, 25. Februar 2011, 16.17 Uhr
Betreff: Ein Date ist kein Date!

Hallo Bettina,
gratuliere. Bei seinem Tempo werdet ihr ja nur etwa sieben Dates brauchen, bis er mal unter dem Tisch deine Hand halten will… und nach weiteren sieben Dates küsst er dich dann vor deiner Haustür… auf die Wange.
Nächsten Mittwoch kommt Felice – wer braucht da noch Männer?
Viele Grüße
Claudi


Von: Bettina@web.de
An: Claudi@web.de
Kopie: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Freitag, 25. Februar 2011, 19.17 Uhr
Betreff: Ein Date ist kein Date!

Davon, dass wir Männer brauchen würde, reden wir doch gar nicht, oder? Sie sind halt ein netter Luxus… meine Katzen ernähren kann ich alleine.
Aber ich fühle mich inzwischen schon bereit für einen neuen Mann, also auch richtig, und nicht nur so wie bei der Sache mit Richard. Das war wohl wirklich zum Üben, wie – wohlgemerkt – er von Anfang an gesagt hat.
Und einer wie Jörg, für den es sich vielleicht lohnt, muss es mir ja auch nicht zu einfach machen… mal sehen.
Viele Grüße
Bettina


Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Sonntag, 27. Februar 2011, 23.56 Uhr
Betreff: Dienstagabend!

Liebe Bettina !
Deine Mutter hat ja recht…also im Anhang im Gegenzug meine Kontaktdaten.
Habe ich bisher tatsächlich so viele Andeutungen gemacht? …Umgekehrt geht es mir vielleicht so ähnlich …
Dienstag stehen wir uns gegenseitig Rede und Antwort.
Lieben Gruß
Jörg


Von: Grinsekatze
An: claudi@web.de; askmomwhoasksback@web.de
Datum: Mittwoch, 2. März 2011, 00.09 Uhr
Betreff: Apropos Bademattenpinkler…

Hallo Mädels,
nicht zu fassen, aber Jörg ist leider zu schreckhaft für dieses Leben und fürs Dating. Wenn ich bedenke, dass mir damals ellington Leid getan hat, der seine Aufregung nicht so richtig in den Griff bekommen hat… der war eine Klinikpackung Valium gegen Jörg…
Ich erzähle mal von Anfang an: Wir waren ja um sieben im Unter den Linden verabredet. Ich war wie immer überpünktlich, habe erst mal von der anderen Straßenseite aus rübergeschaut, ob da ein netter Mann auf mich wartet. Niemand. Bin einen Moment auf und ab gegangen, bis es etwa zwei Minuten nach sieben war, dann rüber. Durchs Fenster reingeschaut und, weil ich nicht genau sehen konnte, rein. Da saß ein Typ, der wie eine Miniaturausgabe von dem aussah, was ich mir vorgestellt hatte, direkt am Eingang, hatte aber schon ein Wasser bestellt. Starrte mich völlig entsetzt an, die Spruchblase über seinem Kopf „Wieso ist die jetzt wirklich so groß, wie sie gesagt hat, wo ich doch zehn Zentimeter kleiner bin?“ war nicht zu übersehen und unverkennbar. Ich, noch halbwegs guten Mutes, freundlich auf ihn zu, bis er quasi keine andere Möglichkeit mehr hatte, als aufzustehen. Blieb aber hinter seinem Tisch ohne irgendwelche Anstalten, mir entgegenzukommen oder so… Da hab ich ihm die Hand gegeben, mir ohne Hilfe den Mantel ausgezogen und mich ihm gegenüber gesetzt. Er hat sich auch wieder hingesetzt und mich eher hilflos angestarrt. Fand ich schon mal irgendwie eigenartig. Nicht dass ich darauf angewiesen wäre, dass ein Mann meinen Mantel zur Garderobe trägt, aber etwas Aufmerksamkeit erwarte ich bei einem Herrn meiner Generation eigentlich schon.
Na ja, als der Kellner kam, um meine Bestellung aufzunehmen (Jörg hatte ja schon ein Wasser vor sich stehen), hatte ich das Gefühl, dass die Rhabarberschorle, die ich eigentlich bestellen wollte (hatte mittags noch stundenlang mit den Kollegen besprochen, was originell genug ist, ohne zu gewollt zu wirken!), doch zu überdreht sein könnte, so dass ich vor Schreck eine Apfelschorle in Auftrag gegeben habe! Neben uns baute sich übrigens eine Live-Musik auf – noch nie vorher habe ich in diesem Café Live-Musik erlebt! Am Nachbartisch also Soundcheck, was meinen Nicht-Kavalier noch nervöser machte… dann haben wir ein bisschen 20 Fragen gespielt und unsere E-Mail-Korrespondenz weiter vertieft. Mein Hinweis, dass man unseren bisherigen Briefwechsel unbearbeitet veröffentlich könnte, war ihm aber eher unangenehm! Keine Ahnung warum, zur Erklärung fehlten ihm die Worte.
Konnte wieder feststellen, dass nichts mich ruhiger macht, als jemand, der vor Nervosität fast einen Herzinfarkt bekommt. Ich fand ihn auch echt nett, wenn auch körperlich eher unpräsent. Nicht hässlich oder unsympathisch, aber nicht wirklich vorhanden. Er hat auch mich überhaupt nicht richtig angesehen… Als sich dann die Anzeichen verdichteten, dass der Soundcheck irgendwann in ein richtiges Konzert übergehen würde, hat er dann vorgeschlagen, dass wir zusammen essen gehen. Fand ich gut, dachte, er glaubt auch, dass wir noch etwas Zeit brauchen, damit es vielleicht doch noch funkt zwischen uns. Dann hat er zwar meine Apfelschorle bezahlt, aber mir nicht in den Mantel geholfen oder irgendwas sonst… gut, ich kann das auch alleine. Ich hab’s wirklich nicht ganz verstanden, wir hatten ziemlich am Anfang darüber gesprochen, dass wir beide ungefähr so aussahen, wie wir es nach den Fotos erwartet hatten. Ich hätte natürlich sagen können, dass er auf seinem Foto größer aussah (und jemand, der laut Profiltext drei Zentimeter größer ist als ich, im wirklichen Leben nicht so viel kleiner sein sollte!), habe mich aber dagegen entschieden. So wichtig sind ein paar Zentimeter ja nun auch wieder nicht. Leider verdichtete sich aber mein Verdacht, dass er Angst vor mir (oder vor sich oder vorm Frühlingsanfang) hatte… grummel.
Dann haben wir sehr nett einen Salat zusammen gegessen und weiter gequatscht. Ich war so einladend, ermutigend und entgegenkommend wie noch nie, war mir eigentlich ziemlich sicher, dass er will. Es kam aber nichts und irgendwann, als wir die drängendsten Fragen besprochen hatten und kleine Pausen im Gespräch blieben (die dazu eingeladen hätten, eine sanfte Überleitung zu etwas persönlicheren Fragen zu finden), hatte ich das Gefühl, dass er überhaupt nicht aus der Hüfte kommt… schwierig…. Er hat aber auch keine Anstalten gemacht, sich da rauszumanövrieren. Gefühlte 40 Jahre später – ich hatte schon fast einen Lächelkrampf – fragte er dann, ob wir noch was trinken sollen. Ich dachte „Na gut, besser als nichts“ und sagte: „Gibt es dazu nicht eine Alternative?“. Fand, das böte doch einige Möglichkeiten. Er aber, völlig durch den Wind: „Äh… nichts zu trinken…“. Da wurde mir schon klar, dass alles noch viel komplizierter ist als gedacht!!!
Wir haben dann nichts mehr getrunken, sondern nach der Rechnung gefragt. Die Bedienung war ganz nett und fragte, wem sie die Rechnung geben dürfe, und ich dachte – weil wir es ja vorher so besprochen hatten!!! – er regelt das mal eben! Rührte mich also nicht, bis er dann sagte: „Wir teilen doch!“ Manchmal bin ich doch geistesgegenwärtiger als erwartet, in zehn Sekunden hatte ich „Klar, wir teilen!“ gemurmelt und meinen Anteil auf den Tisch geworfen. Mit der Folge, dass er ungefähr zwei Minuten lang die Rechnung, das Geld und einen imaginären Taschenrechner, den nur er sehen konnte, anstarrte, bis er dann anfing, weitere zwei Minuten (es können auch drei gewesen sein) mit Geld rumzuhantieren. Den mitleidigen Blick der Kellnerin (der mir galt!) werde ich niemals vergessen!
Dann haben wir das Lokal verlassen. Irgendwie habe ich immer noch drauf gewartet, dass er irgendwas tut, aber er stapfte, Augen geradeaus, neben mir her und war schon wieder in mittelschwerer Panik. Fragte immerhin, wie ich nach Hause komme und ob er mich zum Bus bringen soll. Fand ich nett, habe aber aus reiner Freundlichkeit vorgeschlagen, dass er sein vor dem Unter den Linden geparktes Fahrrad schon mitnimmt. Dann kamen wir zur Bushaltestelle und, bevor ich schauen konnte, ob bald ein Bus kommt, sagte er: „Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll!“. Ich – blöd und gutgläubig denke, das sei die Einleitung für ein Gespräch, das darauf hinausläuft, dass wir heute nicht weiterkommen, uns aber vielleicht einfach noch einmal treffen – antwortete ganz nett: „Dann sag irgendwas!“. Darauf er, in totaler Panik (Massenpanik!): „Nein, ich kann jetzt nichts sagen!“ Sprang auf sein Fahrrad und haute ab mit den Worten „Ich hoffe, dein Bus kommt bald!“
Mädels, ich kann euch sagen… Moment, da kommt eine Mail von ihm! Bin gleich wieder da!
Viele Grüße
Bettina


Von: baumeister
An: Grinsekatze
Datum: Mittwoch, 2. März 2011 um 00:08 Uhr
Betreff: Dienstagabend!

Liebe Bettina !
Ich schulde dir noch die Erklärung, die ich vorhin aus Nervosität nicht herausgebracht habe:
Es war ein wirklich netter und unterhaltsamer Abend, aber für mehr bin ich zu „verdreht“…
…ein schlechtes Gewissen schon im Voraus ? … meine Angst, mich zu übernehmen?
Ich wünsche dir alles Gute !
Jörg


Von: Grinsekatze
An: baumeister
Datum: Mittwoch, 2. März 2011 um 00:21 Uhr
Betreff: Dienstagabend!

Lieber Jörg,
tja, schade eigentlich, wenn man sich einerseits so viel zu erzählen hat wie wir und der Funke andererseits doch nicht so richtig überspringen will… Aber das kommt vor und man kann es nur feststellen, wenn man sich ganz real begegnet.
Ich finde aber auch, dass wir einen schönen Abend miteinander hatten!
Schlechtes Gewissen? Übernehmen? Manno! Denk mal ein bisschen positiver! Die Statistiken sagen, dass man 4,6 Frösche beziehungsweise Kröten erstbesichtigen muss, bevor man was Passendes findet.. die Zeit arbeitet für uns!
Mach’s gut!
Viele Grüße
Bettina


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