Grinsekatze geht ins Netz

Kapitel 25: Mit einem Messer im Rücken…

Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Sonnabend, 7. Mai 2011, 11.18 Uhr
Betrifft: Shopping statt Rumfrusten?

Hallo Bettina,
immer noch kein Wort von Ben? Ich habe doch gesagt, dass es ein Fehler ist, den anderen Typen abzuservieren!
Wollen wir shoppen gehen? Ich brauche dringend was zum Anziehen!
Viele Grüße
Claudi


Von: Grinsekatze
An: Ente_im_Feld
Datum: Sonnabend, 7. Mai 2011, 12.02 Uhr
Betrifft: Shopping statt Rumfrusten?

Hai Claudi,
shoppen ist eine gute Idee. Aber halt mich bitte davon ab, Unterwäsche zu kaufen. Ich habe noch einen ganzen Berg davon, unbenutzt. Würde Ben sicher gefallen… muss mal Fotos machen, die ich ihm schicken kann.
Viele Grüße
Bettina


Von: Ente_im_Feld
An: Grinsekatze
Datum: Sonnabend, 7. Mai 2011, 12.45 Uhr
Betrifft: Shopping statt Rumfrusten?

Hallo Bettina,
schick sie doch einfach irgendeinem anderen Typen im Funclub (per Zufalls-Generator aussuchen). Einem, der auch was damit anzufangen weiß!
Um fünf in der Europa-Passage?
Viele Grüße
Claudi


Von: Bettina@web.de
An: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Sonntag, 8. Mai 2011, 16.15 Uhr
Betrifft: Bin genervt und ratlos!

Hallo Mamilein,
ich bin deprimiert. Ben rührt sich nicht, kein Wort von ihm. Und Claudi findet mich blöd, weil ich nicht loslassen kann. Was soll ich tun???
Viele Grüße
Bettina


Von: fröhlicher_weinberg
An: Grinsekatze
Datum: Sonntag, 8. Mai 2011, 22.14 Uhr
Betreff: Update

Hallo Bettina,
wie geht es dir? Ich mache nächste Woche eine Wandertour im Böhmerwald. Kann ich auch brauchen, mal rauskommen und so. Aber irgendwann komme ich auch mal wieder nach Hamburg!
LG, Richard


Von: askmomwhoasksback@web.de
An: Bettina@web.de
Datum: Dienstag, 10. Mai 2011, 20.40 Uhr
Betrifft: Mein Ohr qualmt, aber…

Liebes Töchterlein,
wahrscheinlich machst du gerade den angekündigten Spaziergang. Das ist sicher eine gute Idee, du kamst mir gerade ziemlich aufgewühlt vor.
Wie wäre es, wenn du einfach alles das, was du mir gerade am Telefon erzählt hast, Ben noch mal schreibst? So ausführlich, wie es eben sein muss, um dir das Gefühl zu geben, dass du wirklich alles gesagt hast, was dir wichtig ist? Ich finde, es klingt gut, was du sagst – und wenn er nur ein bisschen so tickt, wie du glaubst, müsste er darauf auch reagieren.
Wünsche dir auf jeden Fall eine gute Nacht. Ich muss mich jetzt jedenfalls hinlegen!
Bis morgen! Dein Mamilein


Von: Bettina@web.de
An: Ben@gmail.com
Datum: Mittwoch, 11. Mai 2011 17:59
Betreff: Mein 2. Vorname ist beharrlich. Hätte ich dir das sagen sollen?

Lieber Ben,
du bist noch immer in meinem Kopf, ich krieg dich da nicht raus. Und ich kann dich auch an verschiedenen anderen Körperteilen noch spüren. Du hast mich gerockt, mein Lieber, und definitiv einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Etwas in meinem Leben hat sich verändert durch unseren Kontakt. Das war so nicht geplant, überhaupt nicht. Eigentlich wollte ich doch nur spielen… wie du wohl auch.
Wie ich darauf komme, dass dir unsere Begegnung auch mehr bedeutet haben könnte, als du mich glauben machen möchtest? Es ist vielleicht reines Wunschdenken meinerseits, aber ich glaube eigentlich nicht, dass ich die Energien, die zwischen uns geflossen sind, so falsch interpretiere. Ich habe nicht nur deine Hardware gespürt, sondern auch deine Seele. Beide vermisse ich jetzt sehr.
Auch falls du dein Leben anders geplant hast und deshalb nichts mehr mit mir zu tun haben möchtest – was ich verstehen würde (ich bin zum Glück in einem Alter, in dem ich auch mal ohne Plan auskomme, aber das sieht bei dir sicherlich anders aus!) – gibt es nichts zwischen uns, was man verschweigen und verdrängen müsste. Denn geil war es in jedem Fall…
Wenn es bei dir irgendwo einen Knopf gibt, den ich drücken kann, um dich dazu zu bringen, mit mir zu reden, möchte ich ihn gerne finden. Notfalls auch durch diese Art Seelen-Striptease. Würde mich aber lieber real für dich ausziehen!
Natürlich kannst du mir auch ein schlichtes „Verpiss dich!“ zur Antwort geben. Lieber wäre es mir jedoch, du würdest mir sagen, wann und wo ich dir mal entspannt auflauern kann.
Viele Grüße
Bettina


Von: bettina@web.de
An: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Mittwoch, 11. Mai 2011, 18.10 Uhr
Betrifft: Mail verschickt!

Hallo Mamilein,
habe Ben gerade noch mal eine Mail mit den wichtigsten Stichworten aus meinem Innenleben geschickt. Und jetzt sitze ich hier und warte…
Viele Grüße
Bettina


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 18.51 Uhr: So ein Strip beizeiten wäre natürlich schon ansprechend… ;)


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 18.54 Uhr: Sag ich doch immer… Wann und wo hättest du ihn denn gerne?


Von: bettina@web.de
An: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Mittwoch, 11. Mai 2011, 18.57 Uhr
Betrifft: HA!!!!!!!!!!

Yes!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Er hat gerade eine SMS geschickt. Bleib auf Empfang!


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.02 Uhr: Wenn ich Gummis dabei hätte, würde es gleich bei dir klingeln ;)


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.02 Uhr: Die Gummis hast du bei mir gelassen…


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.04 Uhr: Praktisch. Bin gerade auf dem Weg zu Ikea. Und morgen früh raus gen Berlin. Wäre also nur ein kurzer Abstecher möglich.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.05 Uhr: Und wann kommst du aus Berlin zurück? Nett wäre natürlich auch Probeliegen bei Ikea, aber es würde wohl zu lange dauern, bis ich da bin.


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.21 Uhr: Maximal über das Wochenende.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.24 Uhr: Dann finde ich, du bist am Sonntag wieder da. Wie wäre das?


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.37 Uhr: Oder ich vernasch dich morgen zum Frühstück vor dem 8-Uhr-ICE.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.39 Uhr: Wie du willst. Ich bin hier.


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.53 Uhr: Na dann mal schauen, wie ich hochkomme.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.54 Uhr: Das ging doch sonst immer sehr gut. Also, das mit dem Kommen…


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.58 Uhr: Stimmt, also sollte klappen… also wenn du dich irgendwie ab halb 7 aus dem Bett klingeln lässt…


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 19.59 Uhr: Wenn du nur schön ausdauernd klingelst, ganz sicher!


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.07 Uhr: Ausdauernd ging ja auch gut, oder?


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.12 Uhr: Oh ja. Mache mir da nicht wirklich Sorgen. Wenn dir morgen früh wirklich lieber ist als heute Abend. Ich schaffe das schon, auch wenn du mich vielleicht wecken musst, wenn es spannend wird!


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.20 Uhr: Heute wie gesagt max quickie… muss gleich noch was vorbereiten für morgen.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.23 Uhr: Und wie würdest du das morgen zwischen halb sieben und acht nennen??? Ist aber okay, ich bin dabei… also bei der langen Sitzung morgen…


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.27 Uhr: Na heute wäre wirklich quick ;)


Von: bettina@web.de
An: askmomwhoasksback@web.de
Datum: Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.31 Uhr
Betrifft: HA!!!!!!!!!!

Hallo Mamilein, er will mich morgen früh besuchen kommen. Hurra!!!!!!! Bevor er um acht den Zug nach Berlin nimmt. Yippieeeeeh!!!!! Vor acht?????? Dann muss ich jetzt sofort duschen, mich schminken und anziehen und dann im Sitzen schlafen, damit ich morgen früh vorbereitet bin!!!!!!!!!!!!!!!!!!!


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.38 Uhr: Dann morgen in aller Ruhe. Beim frühen Vögeln kommt der Wurm! Protein to go reicht mir nicht!


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.39 Uhr: Na dann eben erst morgen. Schade. Wäre sonst Messehallen raus ;)


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.41 Uhr: Und ich sag ja: morgen.


SMS Ben, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.41 Uhr: Dann sind wir uns ja einig.


SMS Bettina, Mittwoch, 11. Mai 2011, 20.42 Uhr: War doch gar nicht so schwierig.


Von: Bettina@web.de
An: Claudi@web.de; Askmomwhoasksback@web.de
Datum: Donnerstag, 12. Mai 2011, 22:54 Uhr
Betreff: Ben, die 2.

Hai ihr zwei,
der gestrige Mittwoch war mein Glückstag. Viel besser als der Dienstag – und fast so gut wie der Donnerstag (heute)! Denn Ben war da!
Hatte ja gestern meinen freien Nachmittag, war shoppen und habe dabei im Geiste eine weitere Nachricht an Ben geschrieben, eine recht gelungene Mischung aus emotionaler Befindlichkeitsbeschreibung und deftiger Anmache und ich habe sie dann zu Hause schnell fixiert und nicht lange gezögert, auf Senden zu drücken. Das war so gegen 18 Uhr.
Die Phase des Wartens begann, eine gute Gelegenheit, ein bisschen in der Wohnung aufzuräumen (Verdrängungsputzen!). Hatte ja auch keine Ahnung, wann er die Mail liest und so. Aber nicht mal eine Stunde später kam eine erste SMS, die NATÜRLICH auf die sexuelle Komponente meines Schreibens einging. Boah, war ich erleichtert! Einerseits, dass überhaupt was von ihm kam, und andererseits, dass wir so einfach wieder auf die bereits erprobte Schiene des gegenseitigen Heißmachens zurückkommen konnten. Natürlich war Ben gerade wieder total beschäftigt und unterwegs. Für den nächsten Morgen stand eine mehrtägige Fahrt nach Berlin auf dem Programm. Anbieten konnte er mir entweder maximal eine halbe Stunde zwischen Ikea und Reisevorbereitung am selben Abend oder einen etwas längeren Besuch am nächsten Morgen (bevor er um 8 Uhr den Zug nehmen musste). Elendiger Frühaufsteher! Nach nur 30 Kurznachrichten hatten wir uns schon auf dem nächsten Morgen verständigt.
Halb sieben! Ich habe also schon am Abend vorher meine Klamotten rausgesucht und den Wecker auf fünf Uhr am nächsten Morgen gestellt. Nicht, dass ich ihn gebraucht hätte, eigentlich war ich durchgehend wach. Um fünf dann unter die Dusche, hübsche Unterwäsche und bequemes aber sexy schwarzes Kleid anziehen und wieder ins Bett und die Augen zu. Warten.
Ob er wirklich kommt? Wir haben nicht verabredet, dass er anruft, wenn er losgeht, oder so was. Und wenn er jetzt verschläft? Oder sich doch nicht traut? Oder mich verschaukelt? Bange Minuten – aber pünktlich um halb sieben klingelt es an der Tür und Ben steht vor mir. Locker bleiben, ist die Devise, also murmele ich was wie „Erstaunlich, dass es um diese Zeit überhaupt schon hell ist!“. Er erwidert beim Schuheausziehen etwas wie „Kennst du sonst gar nicht, was?“ und geht erst mal ins Wohnzimmer.
Ich frage, nur so versuchsweise, ob ich ihm was anbieten kann. Er, mich von oben bis unten anschauend (hah!), sagt: „Nein, alles gut. Alles da!“ und nimmt mich in die Arme. Kurzer Kuss, dann lässt er sich aufs Sofa fallen und zieht mich mit; ich lande allerdings vorsichtshalber neben ihm und nicht auf seinem Schoß. Will ihn ja nicht platt machen (wenigstens jetzt noch nicht!). Wir knutschen und grabbeln ein bisschen rum und ich bin selbst überrascht, wie wenig ich „fremdele“. Bin nämlich sofort bestens in Stimmung und nicht mal in den hintersten Ecken meines Schädels ist irgendeine mahnende Stimme der Vernunft zu vernehmen, die murmelt, ich solle Ben doch erst nach seinen Absichten fragen. Seine kurzfristigen Absichten liegen auf bzw. in der Hand – und der Rest ist mir im Moment total schnurz.
Auf eine Art und Weise, die ich im Nachhinein nicht mehr genau beschreiben kann, sind wir in Windeseile beide nackig und im Bett (empörte Katzen ziehen sich ins Wohnzimmer zurück, um dort in Ruhe Bens Klamotten anzuprobieren). Die knapp bemessene Zeit wird gründlich genutzt; wir kommen beide absolut auf unsere Kosten.
Irgendwann, nach aufopferndem Einsatz im Dienste der frühmorgendlichen Erotik, sinkt Ben ausgepumpt in die Kissen und wartet darauf, dass sich seine Atmung beruhigt. Ich bin auch ganz schön platt, aber sehr, sehr zufrieden!
Leider ist es mittlerweile schon ziemlich spät und Ben muss sich beeilen. Ich bin, obwohl ich mir sein eiliger Aufbruch etwas verdächtig vorkommt (der will doch nicht etwas wieder abtauchen???) sehr entspannt. Habe ich mich auch keinen Moment unter Druck gefühlt, einen Höhepunkt zu bekommen. Hatte ganz am Anfang unserer Sitzung einen sehr guten, danach aber nicht mehr, obwohl ich fast die ganze Zeit auf dem berühmten Plateau höchster Erregung unterwegs war. Was mir aber fast ebenso lieb ist wie ein Orgasmus. Außerdem kommen die ja dann irgendwann auch von alleine, vorausgesetzt man macht sich nicht zu viele Gedanken darum.
Gefühlte zwei Minuten nach seinem letzten Höhepunkt steht Ben gewaschen und bekleidet vor mir (an- und ausziehen sind wirklich Spezialitäten von ihm), drückt mir einen Kuss auf die Lippen und schickt sich an, die Wohnung zu verlassen. „Meldest du dich mal?“ kann ich nicht unterdrücken – er nickt und ist schon um die Ecke. Ganz der beschäftigte junge Erfolgstyp. Und ich muss mich jetzt auch in großem Stil restaurieren und dann ins Büro.
Hoffentlich wird es jetzt nicht wieder so mühsam, den Kontakt zu halten!
So war das. Da seid ihr platt, oder? (Ich auch… im besten Sinne des Wortes)
Viele Grüße
Bettina


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